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Blogartikel
2. Oktober 2023

Feldränder – Rückzugsorte für Insekten, Vögel und Amphibien

2023-10-02

Dieser Artikel ist ein Auszug aus der „Hofpost“ 06-2023. Die Hofpost ist der Mitgliederbrief des Vereins Freunde der Domäne Dahlem e. V., sie erscheint vierteljährlich.

Im ökologischen Landbau – wie auf der Domäne Dahlem – sind Wegraine und Feldränder wichtige Elemente zum Schutz der Insekten, Vögel und Amphibien. Diese Raine und Ränder sind überwiegend streifenförmige Saumbereiche der landwirtschaftlichen Flächen oder Wege. Die meist gehölzfreien, ungenutzten Streifen liegen zwischen mehreren Acker- oder Grünlandflächen oder einem Weg und der angrenzenden landwirtschaftlichen Fläche und begrenzen, begleiten und untergliedern diese.

Die Pflege der Feldränder wird in der Domäne extrem minimiert, d.h. es wird so gut wie nie gemäht. Dadurch können verschiedene Pflanzen und Blumen gedeihen. Es wachsen dort hauptsächlich Beifuß und Rainfarn, aber auch Ackerkratzdistel, Klette, Melde, Ehrenpreis, Ackerhellerkraut, Klatschmohn, Kornblume, Vogelmiere, Löwenzahn und verschiedene Gräser, wie z.B. auch die als Ackerunkraut problematische Quecke. In den Sommermonaten können wir uns auch über die attraktiven, blauen Blüten der Wegwarte freuen.

Mit diesen Feldrändern wird aktiver Artenschutz betrieben. Bienen, Wildbienen, Insekten, die dort Nahrung sammeln und teilweise auch in den trockenen Halmen überwintern, finden dort ihren Lebensraum. Das steht im Gegensatz zur modernen Landwirtschaft, wo die Ränder wegen Ackerunkräutern eher „sauber“ gehalten werden, abgesehen von geförderten, aber wenig nachhaltigen Blühstreifen mit 1-jährigen Blumensaatmischungen.

Welchen ökologischen Wert haben Wegraine und Feldränder in der Landwirtschaft?

Sie bieten Platz für heimischen Wildpflanzen. Feldraine und Wegränder vernetzen Biotope und sind als Lebensadern in unseren Kulturlandschaften unverzichtbar. Vor allem der Feldlerche und dem Rebhuhn verbleiben in intensiv genutzten Agrarlandschaften manchmal nur die Wegraine zur Brut und Aufzucht der Jungtiere im Frühling und Frühsommer. Samen und Wildkräuter dienen hier als Futter und für die Aufzucht der Nachkommen sind die angelockten Insekten eine überlebenswichtige Nahrungsquelle. Blühende und selten bearbeitete Feldränder und Wegraine dienen aber auch den Insekten selbst, sie finden hier ihrerseits reichlich Nahrung und Überwinterungsmöglichkeiten.

Mit einem klugen Wegrainmanagement leisten Landwirtschaft und Kommunen einen hohen Beitrag zur Biodiversität, aber auch zum Erosionsschutz. Die Domäne Dahlem ist hier Vorbild. Ein Besuch und Erforschung der Feldränder auf der Domäne wird empfohlen.

Autor: Martin Rudnick