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AUSGESTELLT! 8

Museum und Sammlung 15. Februar 2024
Foto: Ulrike Pinkas
2024-04-25

Hier steht eine Geschichte: Misthaufen!

Auf diesem Misthaufen werden Kot und Urin der Tiere der Domäne Dahlem gesammelt. Mist ist für die Kreislaufwirtschaft im Ökolandbau sehr wertvoll. Er enthält wichtige Nährstoffe in einem ausgewogenen Anteil, die zudem leicht verfügbar sind. Als ressourcenschonender „Fertigdünger“ auf dem Feld gibt der Mist seine Nährstoffe an den Boden zurück, dem sie einst entzogen wurden und sorgt für eine gesunde Humusschicht. Bitte nimm keinen Mist mit, der Boden der Domäne Dahlem braucht ihn!

Mist Fahren im März 2024. Video: Sarah Böhme

Warum Urin und Kot wertvoll sind
Damit Pflanzen gut wachsen können, brauchen sie viele Nährstoffe. Der Boden bietet das oft nicht ausreichend. Deshalb werden in der Landwirtschaft Dünger verwendet, um die Ernährung der Pflanzen zu verbessern. Je nach Tierart fallen täglich mehrere Liter Urin und Kilogramm Kot an, die über Jauchegruben auf einem Haufen gesammelt werden. Die flüssigen Bestandteile sickern nach unten in die Grube und bilden die Jauche – ein Gemisch aus tierischem Urin und Resten von Kot. Der Festmist (Kot und Stroh) kann per Bagger wieder aufgesammelt werden. Mist und Jauche enthalten Stickstoff, den Weizen und Kartoffeln in großen Mengen benötigen. Oder Phosphor, der sonst aus Gestein gewonnen wird und nur in wenigen Ländern der Erde vorkommt. Es ist daher sinnvoll, den Mist und die Jauche auf den Feldern zu verteilen und die enthaltenen Nährstoffe zurück in den Kreislauf zu bringen.
Zu viel Dünger kann aber auch schaden, denn so gelangt krebserregendes Nitrat in das Grundwasser. Im Öko-Landbau wird der Nährstoffkreislauf deshalb  im Gleichgewicht gehalten. Es dürfen nie mehr Tiere gehalten werden als der Boden an Jauche oder Festmist verträgt. Festmist ist heute der entscheidende Nährstofflieferant für die Böden der Domäne Dahlem.

Mist verteilen – ein Kraftakt
Um Jauche aus der Grube zu holen wurden, vor der flächendeckenden Verbreitung von elektrischen Maschinen in den 1950er Jahren, verschiedene Geräte verwendet. Zum Beispiel gab es Eimer mit einem langen Stiel, auch Jaucheschöpfer genannt. Um die tiefliegende Jauche in der Grube zu erreichen, war der lange Stiel notwendig. Alternativ wurden Pumpen eingesetzt, um die Grube zu entleeren und die Jauche in einem Behälter zu sammeln, mit dem auf die Felder gefahren werden konnte. In der Sammlung der Domäne Dahlem findet sich eine schwere gusseiserne Jauchepumpe von einem ehemaligen Gemüsebetrieb in Berlin-Spandau.
Aktuell können Jaucheschöpfer und Jauchepumpe in der Ausstellung Sammlung Domäne Dahlem. Geschichten und Objekte im Museum im Herrenhaus besichtigt werden!

Foto: Dennis Novak

Mehr Informationen zur aktuellen Ausstellung

Sammlung Domäne Dahlem. Geschichten und Objekte
07.07.2023 – 04.08.2024
MUSEUM IM HERRENHAUS
MI-SO, 10:00 – 17:00 UHR