Aus einem notwendigen Umzug wird ein Neubeginn: Der Pädagogische Garten erhält einen neuen Platz auf dem Landgut, nur wenige hundert Meter weiter am Ende des Gemüseanbaus. Wir nutzen diese Chance, um dieses Bildungsort neu auszurichten, klarer zu strukturieren und noch besser auf unsere pädagogische Arbeit abzustimmen. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen, und manchmal auch mit Kindern, die selbst mitgegraben, mitgestapelt und mitgepflanzt haben, entsteht hier ein praxisnahes Lernlabor, das ein wenig verwunschen wirkt und im Rahmen von Bildungsangeboten zum Entdecken, Ausprobieren, Spielen, Forschen, Lernen und Staunen einlädt.
Beerensträucher
Die Beerensträucher, rote und schwarze Johannisbeeren sowie Stachelbeeren, sind bereits im letzten Jahr umgezogen. Im Spätherbst haben wir sie sorgfältig ausgegraben und an ihrem neuen Standort eingepflanzt. Nun warten sie darauf, in Kochprogrammen wie Quetsch die Flocke geerntet zu werden, damit ein frisches und gesundes Müsli entsteht. Der Strauch wird so zum Lernort und liefert gleichzeitig Frühstückszutaten.
Kräuterspirale
Die Ehrenamtlichen haben eine große Kräuterspirale mit aufgebaut, Stein für Stein und Schritt für Schritt. Die Teilnehmenden können hier in die Welt der ätherischen Öle eintauchen, an Kräutern riechen, Blätter probieren und Unterschiede zwischen Küchen- und Heilkräutern entdecken. An der Spirale lassen sich Themen wie Licht und Schatten oder trockene und feuchtere Böden anschaulich erklären. Ein Griff in die Erde reicht, um Unterschiede spürbar zu machen.



Lebendiger Zaun
Rund um den Garten entwickelt sich eine lebendige Einfassung statt eines geschlossenen Zauns. Geflochtene Weidenzäune wechseln sich mit Himbeeren, blühenden Hochstauden und aufrecht stehenden Totholzstämmen ab. So entsteht ein Rahmen, der schützt, blüht und Nahrung bietet und gleichzeitig Lebensraum für viele Tiere schafft. Die Besucher:innen erleben direkt, dass eine Grenze nicht nur trennt, sondern auch Lebensvielfalt ermöglichen kann.
Flachs-, Lein- und Getreidebeet
In den neuen Beeten für Getreide und Lein erfahren Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene, wie Hafer und Weizen wachsen. Gleichzeitig lernen sie Öl- und Faserlein kennen, deren Stängel sich zu Fasern verarbeiten lassen. Die Samen kommen in Kochprogrammen oder als kleiner „Zwischendurch-Snack“ zum Einsatz. Der Weg vom Saatkorn bis zur Faser in der Hand wird dadurch konkret und nachvollziehbar.
Eidechsenburg
Aus Totholz, großen Findlingen, Sand und Erde ist eine Eidechsenburg entstanden, bepflanzt mit insektenfreundlichen Stauden. Sie bietet Eidechsen, Wildbienen, Spinnen und anderen Tieren einen geschützten Lebensraum. Wir können beobachten, wie es zwischen Steinen und Pflanzen krabbelt und raschelt, und erkennen, dass ein Garten viele Lebewesen beherbergt. Naturbeobachtung wird hier zum festen Bestandteil des Gartenerlebens.
Apfelbaum
Eine wichtige Konstante aus dem alten Garten ist der Apfelbaum. Er ist noch jung, aber bereits kräftig gewachsen, und wurde mit viel Unterstützung von Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden aus dem Garten- und Landschaftsbau an den neuen Standort umgesetzt. Dort wird er intensiv gegossen und gepflegt, damit er gut anwächst und bald wieder Schatten spendet und Blüten und Äpfel trägt – bis zum Sommer soll auch der gesamte Garten vollständig eingerichtet sein. In Programmen wie VollWert – Frühstück mal anders spielt dieser Baum eine zentrale Rolle, denn der Weg vom Apfel am Baum bis zum Frühstücksteller ist hier direkt erfahrbar.



Färberpflanzen
Ein neuer Bereich mit Färberpflanzen soll nachvollziehbar machen, wie Textilien früher gefärbt wurden. Die Teilnehmenden lernen Pflanzen wie Färberkrapp und Färberwaid und erfahren, wie aus Wurzeln, Blättern und Pflanzensäften Farbe entsteht. Sie können selbst ausprobieren, wie Tier- oder Pflanzenfasern durch Pflanzenfarben bunt werden. So verbindet der Garten Naturerfahrung, Handwerk und Kreativität ganz unmittelbar – und wer das selbst erleben möchte, kann über unsere Bildungsangebote einen Besuch buchen.
Noch nicht ganz am Ziel
Der Umzug ist noch nicht vollständig abgeschlossen: Das Gewächshaus muss versetzt und der Überstand umgebaut werden, zwei arbeitsintensive Schritte, die noch vor uns liegen. Bis zum Sommer soll auch das erledigt sein, damit der Pädagogische Garten an seinem neuen Standort wirklich vollständig angekommen ist. Wer Lust hat, dabei mitzumachen und den Garten dauerhaft mitzugestalten, ist herzlich willkommen; Meldungen gerne an: ehrenamt@domaene-dahlem.de.