Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft

Wer ist alt? Und wer ist jung? Die Vorstellungen vom Alter haben sich über Jahrhunderte und besonders in den letzen Jahrzehnten stark verändert. Im „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ beleuchtete die Präsentation „Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft“ auf der Domäne Dahlem diesen gesellschaftlichen Wandel aus verschiedenen Blickwinkeln.

Vom Altenteil zur Senioren-WG

Das Thema Leben im Alter ist hochaktuell und gewinnt für jeden an Bedeutung“, erläutert Museumsdirektor Dr. Peter Lummel, warum sich das Freilandmuseum diesem besonderen Thema widmet. Noch vor 150 Jahren lebte die Mehrzahl der Menschen im ländlichen Raum. „Dort überließen die Altenteiler dem Erben den Hof und bekamen eine Altenteilerstube, alle lebten weiterhin in dem Bauernhaus“, beschreibt Peter Lummel den Mehrgenerationenhaushalt auf dem Lande. „Die Altenteiler waren von ihren Kindern abhängig, das änderte sich erst langsam durch die Rentenversicherung.“ Heute ist das Zusammenleben von mehr als zwei Generationen unter einem Dach, gerade in einer Großstadt wie Berlin, die absolute Ausnahme. Jung und Alt begegnen sich in der Regel nur noch besuchsweise. Immer mehr Menschen leben bis ins hohe Alter in ihrer eigenen Wohnung oder ziehen in Seniorenwohnanlagen. Daneben entstehen in den letzten Jahren auch neue Wohnformen wie Senioren-WGs.

Mit der Ausstellung „Alt und Jung“ blicken wir also nicht nur zurück, sondern widmen uns auch gegenwärtigen Themen: Wie leben wir heute, welche Vorstellungen vom Alter haben wir, welches Bild wird in den Medien vermittelt? Das Verhältnis der Generationen untereinander ist komplizierter geworden, die Lebensentwürfe und -vorstellungen sind vielfältiger. Außerdem werden die Menschen älter, bleiben länger fit und haben mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als in früheren Zeiten. „Auch Themen wie Gesundheit, Arbeit im Rentenalter und neue Technologien werden beleuchtet“, erläutert Peter Lummel.

Bilder vom Altern früher und heute

Wie ein alter Mensch aussieht, davon haben wir bestimmte Vorstellungen. Zum Beispiel tragen Senioren andere Kleidung als Jugendliche oder benehmen sich anders. Doch die Bilder vom Älterwerden ändern sich im Lauf der Zeit. Fotos von silbernen und goldenen Hochzeiten aus verschiedenen Jahrzehnten zeigen: Senioren wirken heute oft jünger als ihre Altersgenossen vor hundert Jahren.
Schön zu sein in jedem Alter – den Traum von ewiger Jugend gab es schon lange bevor Anti-Falten-Cremes, Schlankheitspillen und Schönheitsoperationen erfunden wurden. Bereits ab Ende des Mittelalters symbolisierte der Jungbrunnen den Wunsch den Körper zu verjüngen: alt hineinsteigen, jung und makellos wieder herauskommen. Heute versprechen Kosmetikprodukte und Schönheitschirurgie die Spuren des Älterwerdens zu beseitigen.

Publikation: Zur Ausstellung gehört ein umfassender, reich bebilderter Begleitband, der für 24,80 € an der Museumskasse erworben werden kann.

 

 

Back To Top