von schmugglern und kaffeeriechern

die anfänge des kaffees in berlin


.Auszug aus der Verordnung über den Verkauf des gebrannten Caffés vom 21. Januar 1781, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz

Als man in Berlin Kaffee um 1680 als exotisch schmeckendes, stimulierendes Heißgetränk entdeckte, blieb sein Genuß zunächst ausschließlich auf die höfische Gesellschaft beschränkt. Erst 1722 ließ Friedrich I. in der Kaffeestadt Den Haag einen Cafetier von hervorragendem Rufe anwerben: „Monsieur Olivier“, der durch seine schwarze Hautfarbe das Fremdartige und Exotische des dunklen Getränks unterstrich. Der Soldatenkönig ließ für Olivier auf dem Areal seines Lustgartens Berlins erstes Kaffeehaus, das Café Royal errichten. Das Café Royal wurde zunächst ein Treffpunkt für die wichtigste Klientel des Soldatenkönigs, die Gardeoffiziere.

 


Preussische Kaffeeriecher
Die Kaffeeriecher. Holzstich nach einem Gemälde von L. Katzenstein, 1892, Stadtmuseum Berlin

Für den häuslichen Kaffeegenuß konnte man um 1729 nur an zwei Orten in Berlin Kaffee erwerben. Für ein Lot Kaffee (rund 17 Gramm) war die enorme Summe von einem Groschen zu zahlen, was dem maximalen Tageslohn einer Spinnerin entsprach. Doch der Kaffeekonsum nahm im 18. Jahrhundert stetig zu - sehr zum Ärger der Merkantilisten, die den Import von Luxusgütern und damit den Abfluss von Geld ins Ausland kritisierten. So kam es unter Friedrich II. zu einer Bekämpfung des Kaffeekonsums durch hohe Steuern, was wiederum einen ausgedehnten Schmuggel zur Folge hatte.

Da dem Schmuggel nur schwerlich Einhalt zu gebieten war, wurde 1781 in Preußen ein Staatsmonopol auf das Kaffeerösten eingeführt und der Handel beschränkt. Nun durfte nur noch Röstkaffee verkauft werden. Das private Rösten war bei strenger Strafe verboten. Zur Kontrolle wurden in ganz Preußen bis zu 400 Invaliden angestellt, die sogenannten „Kaffeeriecher“. Diese fahndeten in den Straßen nach dem Duft frisch gerösteten Kaffees, durchsuchten Häuser und waren beim Volk ebenso verhaßt wie die königliche Kaffeepolitik.

Nach dem Tod Friedrich II. wurden 1787 von seinem Nachfolger die Kaffee-Steuerbehörde, das Kaffeemonopol und die Kaffeeriecher abgeschafft. Der Weg zu einer ‚Demokratisierung‘ des Kaffeekonsums wurde damit gebahnt.

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