Zugrinderprojekt

Seit 2008/09 zeigt die Domäne Dahlem im Kontext ihres Bildungsansatzes das Rind als Zugtier. Kaum noch präsent ist heute das Wissen um die kulturhistorische Bedeutung des Dreinutzungsrinds. Es bietet sich die Möglichkeit, verschiedene Funktionen von Bulle, Ochse und Kuh in Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln. Traditionelle Landwirtschaft kann vor Ort erhalten werden und die Moderne wird anhand der Gegenüberstellung – der Traktor neben dem Rind – versinnbildlicht. Zeitgleich kann diese Kulturtechnik des Rinds als Zug- und Arbeitstier nicht nur im traditionellen Sinn fortgeführt, sondern auch mit moderneren Geräten und Ansätzen weiterentwickelt werden. Kinder können dann sehen, dass Kühe nicht nur Milch geben und Ochsen nicht nur für Hüftsteak zu gebrauchen sind. Die umfassende Bedeutung des Tieres für die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt wird vermittelt. Durch den anderen Blick auf das Tier wird somit der Zugang zur Agrargeschichte insgesamt vereinfacht. Insbesondere in unserem Selbstverständnis als Freilandmuseum für Agrar- und Ernährungskultur mit ökologischem Schwerpunkt und darüber hinaus als Arche-Hof ist es uns ein Anliegen, Biodiversität zu fördern. Dabei war das Rote Höhenvieh, mit dem auf der Domäne gearbeitet wird, noch vor 60 Jahren als ausgezeichnetes Zugrind bekannt. Mit der Hervorhebung dieser ursprünglichen Leistungsfähigkeit des Roten Höhenviehs wird ein besonderer Beitrag zu dessen Erhalt geleistet. Weitere allgemeine Informationen zur historischen und insbesondere auch der modernen Nutzung von Zugrindern finden Sie hier.


Seit Beginn des Projektes 2008 hat unsere Landwirtin über zehn Tiere, sowohl Kühe als auch Ochsen, zu Zugrindern ausgebildetein regelmäßiger Prozess, der von Besuchern und Fachkollegen mit großem Interesse verfolgt wird. Im Rahmen unserer Veranstaltungen und auch im Arbeitsalltag zeigen wir nun zum Beispiel, wie die Tiere die Kutsche ziehen, Kartoffeln häufeln oder Rüben hacken. Bisher bestand nur für zur Zucht zugelassenen Nachwuchs die Möglichkeit, lebend vermarktet zu werden. Inzwischen konnten wir jedoch auch einzelne Zugrinder an einen sehr speziellen Interessentenkreis wie andere Freilichtmuseen o.ä. verkaufen. Die Fleischvermarktung zur menschlichen Ernährung bildet jedoch weiterhin das wirtschaftliche Fundament.

Übrigens bieten wir auch Workshops für interessierte Laien an, in denen Sie den Umgang mit dem Rind – von der Pflege bis zum Arbeiten mit dem Tier – kennenlernen und erleben können. Diese finden in der Regel an vier Terminen im April und im August statt. Schauen Sie bitte im aktuellen Veranstaltungskalender nach.

 

Der Landwirtschaftlichen Rentenbank danken wir sehr herzlich für die finanzielle Unterstützung in der Aufbauphase dieses Projekts.

Back To Top